Gelbe Wildblumen unter Birke

Ein Beet mit gelben Wildblumen anlegen

Wenn Du mehr Wildblumen, also Blumen, die bei uns heimisch und nicht züchterisch verändert sind, in Deinem Garten ansiedeln möchtest, dann musst Du Dich mit den Gegebenheiten in Deinem Garten gut auskennen.

Gelbe Wildblumen gedeihen nur dann gut, wenn Du ihnen den Standort bietest, den sie in der Natur haben. Erfolg ist Dir dann sicher, wenn Du Deine natürlich vorkommenden Bodenstrukturen und Lichtverhältnisse lässt, wie sie sind und die dafür passenden Pflanzen suchst. Nicht umgekehrt. Im Naturgarten suchst Du Dir nicht Pflanzen, die Du gerne hättest und bereitest ihnen dann die Verhältnisse, die sie brauchen. Nein, Du nimmst das, was Du hast und schaust, was dazu passt. D.h. heißt auch, dass Du auf Dünger verzichtest, da die Pflanzen ja haben, was sie brauchen.

Gestalterisch solltest Du Deine Beetflächen in organischen Formen anlegen, das sieht einfach natürlicher aus und freut das Auge.

Königskerze - gelbe Wildstaude

Neun gelbe Wildblumen im Kurzportrait

  1. Johanniskraut
  2. Gelbe Taubnessel
  3. Echte Schlüsselblume
  4. Nachtkerze
  5. Königskerze
  6. Gelber Eisenhut
  7. Gelber Lauch
  8. Gelbes Windröschen
  9. Gewöhnlicher Frauenmantel
Johanniskraut gelbe Wildstaqude

Das Johanniskraut – Hypericum perforatum

Johanniskraut, diese gelben Wildblumen sind meine Lieblings-Wildblumen. Sie haben sich in meinem Garten von alleine eingefunden und mittlerweile recht stark ausgebreitet. Ich schaue, dass ich sie etwas dirigiere. Auf einem meiner Beete stehen überwiegend gelbe Blumen, da dürfen sie sich ausbreiten, in anderen Flächen ziehe ich sie raus, wenn sie auflaufen.

Johanniskraut zählt zu den alten Heilpflanzen, die auch heute noch eine große Beachtung in der Heilpflanzenkunde finden. Der lateinische Name leitet sich davon ab, dass, wenn man die Blüte gegen das Licht hält, es aussieht, als wenn die Blütenblätter mit Nadeln durchstochen sind.

Der beste Zeitpunkt, um die ölhaltigen Blütenblätter zu ernten, ist der Johannistag, der 24. Juni.

Standort: Sonne

Boden: normaler Gartenboden, gerne trocken

Höhe: 50-70 cm

Blüte: Juni-August

Insektenweide

Lamium galeobdolon-min

Gelbe Taubnessel - Lamium galeobdolon

 

In meiner Liste gelber Wildblumen darf natürlich die Taubnessel nicht fehlen, sie gehört zu den Wildstauden, die den Schatten bzw. den Halbschatten als Standort bevorzugen. Mit ihren grün-weiß panaschierten Blättern sieht sie interessant aus. Die gelben Lippenblüten sitzen quirlig am Stängel und verströmen einen leichten Duft.

Taubnesseln wachsen flächig und können in den Beeten gut als Bodendecker eingesetzt werden.

Die Taubnessel gehört zu den essbaren Wildpflanzen, man kann die jungen Blätter für Salat, Aufläufe, Nudelfüllungen usw. nutzen. Die Blüten können rausgezupft werden und als Deko für Salate verwendet werden.

Boden: locker, nährstoffreich, leicht sauer und gleichmäßig feucht

Standort: Halbschatten, Schatten

Höhe: 20-60 cm

Blüte: April-Juli

Bienen- und Schmetterlingsweideweide


Hier kannst du gelbe Wildstauden bestellen

Die Gärtnerei Hof Berggarten ist eine der ältesten Gärtnereien, die sich ganz auf die Zucht und den Vertrieb von Wildpflanzen spezialisiert haben.

Echte Schlüsselblume – Primula veris

Vor kurzen bin ich im Gespräch mit einer Freundin auf die Schlüsselblume gekommen und wir haben beide bedauernd festgestellt, dass es sie im Wald kaum noch gibt. Früher haben an den feuchten Waldrändern ganze Felder mit Schlüsselblumen gestanden und mit ihrem gelben Leuchten das Frühjahr eingeläutet. Sie sind durch die Überdüngung der Felder fast ausgestorben und stehen heute unter Naturschutz.

Schlüsselblumen wachsen im lichten Schatten am liebsten und leuchten von dort mit ihrem hellen Gelb bis in die Ferne.

Mit ihrem Blütenduft locken diese entzückenden Wildblumen bestäubende Insekten mit langem Rüssel an, für die sie eine wichtige Nahrungsquelle sind.

Gelbe Wildstauden sind insgesamt gesehen durch ihre Farbe ein Magnet für viele Insekten.

Gefällt der Schlüsselblume der Standort, versamt sie sich und bildet dichte Teppiche.

Die Blüten der Schlüsselblume sind essbar und können für Salate verwendet werden. Allerdings sollten Schwangere auf sie verzichten, da sie einen hohen Gehalt an Saponinen enthalten.

Boden: humoser, trocken-frischer Boden

Standort: lichter Schatten bis Halbschatten

Höhe: 30 cm

Blüte: März – Mai

Nachtkerze - Oenothera biennis

Nachtkerzen dürfen in meinem Garten an vielen Stellen wachsen. Von den essbaren Blüten sind mir ihre Schalenblüten die Liebsten.

Die Nachtkerze ist in der Liste „gelbe Wildstauden“ die einzige Pflanze, die sowohl einjährig als auch zweijährig sein kann. Sie sät sich selbst im Herbst aus und sprießt im Frühjahr dann aus Fugen und unerwarteten Stellen. Wem es zu viele werden, der sollte die Pflanzen im Frühjahr jäten bzw. im Herbst die noch unreifen Samenkapseln aus den Pflanzen entfernen.

Die hellgelben Blüten öffnen sich zum Abend hin und locken mit ihrem Duft Nachtfalter und andere Insekten an.

Aus den Samen der Nachtkerze wird ein Öl gewonnen, das in der Naturkosmetik verwendet wird.

Boden: sandig-lehmig – stellt keine besonderen Ansprüche

Standort: sonnig

Höhe: bis 150 cm

Blüte: Juni-September

Großblütige Königskerze - Verbascum densiflorum

Die großblütige Königskerze gehört zu den ganz hohen Wildstauden im Garten. Sie kann Höhen bis zu 2,5 m erreichen. Ihre großen graugrünen, dicht behaarten Blätter, die als Rosette um den unteren Bereich des Stängels angeordnet sind, sind ein auffälliges Merkmal in der Identifizierung dieser gelben Wildstaude.

Königskerzen lieben die Sonne und warme Bereiche, ansonsten stellen diese gelben Wildstauden keine großen Ansprüche an ihren Standort. Einmal im Garten heimisch, sät sie sich gerne quer durch den Garten aus. Wem es zu viel wird, der sollte die zweijährigen Pflanzen einfach ausziehen, sobald sie aufkommen.

Die Blüten der Nachtkerze sind bei Schwebfliegen, Bienen, Hummeln und Käfern eine sehr beliebte Nahrung.

Boden: sandig, durchlässiger Boden

Standort: volle Sonne, trockener, warmer Platz

Höhe: bis 250 cm

Blüte: Juni-August

Gelber Eisenhut - gelbe Wildstauden

Gelber Eisenhut - Aconitum lamarckii

Der gelbe Eisenhut gehört zu den giftigen Wildstauden, die in Gärten mit Kindern gemieden werden sollten.

Sein helles Gelb leuchtet aus den halbschattigen Gartenbereichen heraus und zieht damit den Blick in die dunkleren Gartenbereiche.

Unter den gelben Wildstauden fällt der Eisenhut mit seinem hellen, schon fast weißlichen Gelb etwas aus dem Rahmen.

Gelbe Wildstauden liefern dem Gart

Am liebsten steht der gelbe Eisenhut am Gehölzrand wo er aufgrund seiner Größe mit etwas Abstand gepflanzt werden sollte.

Diese sehr attraktive Wildstaude lockt Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Durch ihre Höhe bietet sie die Möglichkeit, eine interessante Struktur im Beet zu schaffen.

Boden: frisch bis feucht, tiefgründig, humus- und nährstoffreich

Standort: Sonne-Halbschatten

Höhe: 120-130 cm

Blüte: Juni-August


Ich habe zu diesem Artikel ein Kurzvideo gemacht

Gelber Lauch

Gelber Lauch – Allium flavum

Der gelbe Lauch gehört eigentlich nicht in die Liste „gelbe Wildstauden“, da er keine Staude, sondern eine aus Südeuropa stammende Zwiebel ist. Gelber Lauch neigt zum Verwildern, da er sich gut versamt, wenn ihm der Standort behagt.

Das bläuliche Laub bildet einen schönen Kontrast zum leuchtenden Gelb der Blüten.

Boden: trockener, magerer Boden

Standort: Sonne

Höhe: 30-40 cm

Blüte: Juli-August

Gelbes Windröschen

Gelbes Windröschen - Anemone ranunculoides

Das gelbe Windröschen ist eine Verwandte des beliebten Buschwindröschens. Es gehört zu den frühen Blühern in der Natur und zieht im späten Frühjahr ein, nachdem es uns mit seiner Blüte erfreut hat.

Alle Teile dieser gelben Wildstauden sind giftig.

Die Blüten bieten eine beliebte und frühe Nahrungsquelle für Insekten.

Boden: frischen bis mäßig feuchten Boden mit gutem Humusgehalt

Standort: absonnig bis halbschattig

Höhe: 15-25 cm

Blüte: März –Mai

Gewöhnlicher Frauenmantel

Gewöhnlicher Frauenmantel - Alchemilla xanthochlora

Das Schlusslicht der Aufzählung „Gelbe Wildstauden“ bildet der gewöhnliche Frauenmantel. Eine bei uns heimische Art, die einen frischen bis feuchten Standort bevorzugt. Ihr kissenartiger Wuchs und ihre leicht graugrünen, fein behaarten Blätter machen sie zu einem gerne gesehenen Bodendecker im Beet.

Die gelbgrüne Blüte passt zu allen Farben im Garten, egal ob Rosa, Violett oder Orange, der Frauenmantel passt immer.

Frauenmantel ist eine traditionelle Heilpflanze, die auch heute noch bei vielen Frauenleiden eingesetzt wird.

In der Naturkosmetik findet der Tautropfen, der sich am Morgen in der Blattmitte sammelt, Anwendung als Gesichtswasser. Die Tropfen werden mithilfe einer Pipette aufgenommen und dienen als Schönheitswasser.

Boden: frisch bis feucht, durchlässig, lehmig-sandig

Standort: Sonne-Halbschatten

Höhe: 30-40 cm

Blüte: Juni-Juli

Du interessierst dich für das Thema Naturgarten?

Dann schau dir doch mal diesen Blogbeitrag an. Ich schreibe darin was es im Allgemeinen zu bedenken gibt wenn man einen Naturgarten anlegt.

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