Wildobsthecken im Garten sind nützlich für Mensch und Tier.

Sie bieten Lebensraum und Nahrung in Form von Nektar, Blättern und Beeren für eine Vielzahl von Wildtieren wie Vögel, Insekten, Kleinsäuger und Nagetiere.

Je dichter und dorniger die Hecke, umso besser dient sie als Schutz. Den Sommer über sorgt das Laub für Brutplätze und schattige, geschütze Lagerplätze. Im Herbst reifen Früchte und Nüsse und sorgen dafür, dass zum Beispiel Igel sich Nahrungsreserven für den Winter anfuttern können. Eichhörnchen legen sich Nahrungslager an und Vögel laben sich an roten Beeren.

 

Im Gegensatz zu den immergrünen Hecken wie Thuja oder Eibe werden Wildobsthecken nicht regelmäßig geschnitten und stören damit die Wildtiere nicht in ihrem Quartier. Außerdem zeigen sie mit ihrem natürlichen Wachstum sehr deutlich den Wechsel der Jahreszeiten.

 

Wildfrüchte schmecken oft ungewohnt, sind aber äußerst gesund, da sie viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und Antioxidantien besitzen

Wildobsthecke anlegen mit Schlehe


Wildobstsorten mit der Du deine Wildobsthecke anlegen kannst

  • Hundsrose (Rosa canina)
    • Hoher vitamin C-Gehalt – können zu Hagebuttenmus verarbeitet werden – getrocknet als Tee
  • Einheimische Felsenbirne (Amelanchier ovalis)
    • essbar – sehr lecker – kann roh gegessen werden und für Marmelade genutzt werden
  • Sauerdorn (Berberis vulgaris)
    • Früchte ernten wenn sie dunkelrot sind – saurer Geschmack – werden getrocknet viel in der persischen Küche eingesetzt – können entsaftet werden – hoher Vitamin c-Gehalt
  • Kornelkirsche (Cornus mas)
    • Saurer Geschmack – für Marmeladen und Fruchtmus – falsche Oliven
  • Haselnuß (Corylus avellana)
  • Holunder (Sambucus)
    • Achtung rohe Früchte giftig – Saftgewinnung – Marmelade/Gelee – Suppe mit Schaumklöschen
  • Schlehe (Prunus spinosa)
    • Nach dem ersten Frost ernten – Gelee – Likör
  • Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
    • Nach dem ersten Frost ernten – Likör – Fruchtmus – Chutney
  • Hechtrose (Rosa glauca)
    • Hagebutten verwendbar – Hoher Vitamin C-Gehalte
  • Weinrose (Rosa rubiginosa)
    • Hagebutten verwendbar – Hoher Vitamin C-Gehalte
  • Gemeine Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia)
    • essbar – sehr lecker – kann roh gegessen werden und für Marmelade genutzt werden 
  • Wilde Stachelbeere (Ribes uva-crispum)
    • Marmelade, Wein oder Kompott – Früchte sind deutlich kleiner als bei den Zuchtformen
  • Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia)
    • Roh ungenießbar, machen Bauchschmerzen – mehlig/süßer Geschmack – am besten mit anderen Früchten zu Musen oder Marmelade verarbeiten
  • Mispel (Mespilus germanica)
    • Ernte nach dem ersten Frost – gut mit anderen Früchten zu Marmelade verarbeiten – Chutney
  • Wilde rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
    • Verwendung wie Kultursorten,allerding deutlich geringere Fruchausbeute


Wildobsthecke planen – so geht es

Wildobsthecke anlegen mit Felsenbirne

Du möchtest dir eine Wildobsthecke anlegen und machst Dir Gedanken wie Du die Planung angehen sollst. Ich würde dir vorschlagen folgender Maßen vorzugehen:

  • Wie lang soll die Hecke werden
  • Überlege dir welchen Zweck deine Wildobsthecke erfüllen soll. Z.B. Sichtschutz/ bis zu welcher Höhe, Windschutz, Obst zum selber naschen/verarbeiten. Schreib dir alles in eine Liste
  • Gibt es Wildobstsorten die Du auf jeden Fall in der Hecke haben möchtest
  • Suche dir passende Wildobstsorten raus mit denen Du deine Wunschliste ergänzen kannst
  • Schreib dir in deiner Liste zu den einzelnen Gehölzen wie breit und hoch sie werden und welche Blütenfarbe sie haben
Wildobst Rosa Canina


Mach dir einen Pflanzplan für deine Wildobsthecke

Ich empfehle dir einen maßstabsgerechten Pflanzplan für deine Wildobsthecke zu machen. Dafür brauchst du:  Blatt Papier, ein Lineal, Bleistift und Radiergummi.

Zeichne dir maßstabsgetreu deine Pflanzfläche auf.

Sagen wir mal deine Hecke soll 15m lang und 4m tief werden. Du möchtest im Maßstab 1:100 zeichnen. Dann zeichnest Du dir ein Rechteck, dass 15cm lang und 4 cm tief ist auf dein Blatt

Im nächsten Schritt musst Du dir eine Legende anlegen, d.h. Du zeichnest dir für jedes Gehölz ein Symbol, in einer Größe, die es im Laufe der nächsten Jahre erreichen wird. Eine Haselnuss wird 4-5 m breit so habe ich in der Zeichung ein Kreissymbol mit einem Durchmesser von 4m eingetragen.


So pflanzt Du deine Wildobsthecke

Wildobst pflanzt Du am besten im Frühling von Ende März bis Anfang Mai oder von Mitte September bis Ende Oktober.

Für jedes Gehölz hebst Du ein Pflanzlochaus, so wie Du es im Pflanzplan vorgesehen hast. Das Loch sollte gut 10% größer und tiefer sein als der Ballen groß ist.

Bevor die die Pflanzen einsetzt, wird das Pflanzloch gründlich gewässert und dann eine Handvoll grobe Hornspäne reingegeben. Dann setzt Du den Pflanzballen ins Loch. Vorher solltest Du ein vorhandenes Jutetuch aufknoten bzw. eine Drahtballierung um den Stamm herum öffnen. Im nächsten Schritt füllst Du die Freifläche mit Boden auf, den du gut antrittst. Zu guter Letzt noch mal kräftig wässern, damit eventuell vorhandene Luftlöcher im Boden sich schließen können. Wer es besonders gut meint, legt noch einen Gießrand an, d.h. man baut mit Erde einen Ring um den Stamm herum, in den man das Gießwasser gibt.

Wildobsthecke mit Vogelbeeren anlegen


Die Pflege deiner Wildobsthecke

Das Schöne an einer Wildobsthecke ist, dass sie kaum Pflege benötigt. Wichtig ist das man bei der Planung genug Platz für die jeweiligen Sorten einplant, damit sie sich in Ruhe ausbreiten können. Schneiden muss man dann nur alle 4-5 Jahre mal, damit die Gehölze nicht überaltern oder wenn es Totholz gibt.

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